OV-Treffen am Dienstag, 26. Juli, mit Sabine Nallinger

Beim Juli-Treffen des Grünen Ortsverbands Au-Haidhausen war am 26. Juli 2011 Sabine Nallinger, unsere Verkehrsexpertin im Stadtrat, zu Gast. Zunächst berichtete sie von den Erfolgen des Radwegausbaus und der Radlkampagne. Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen ist in den vergangenen drei Jahren von 13,2 auf 17,2 Prozent gestiegen. Besonders gut funktioniert z.B. die Öffnung der Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer. Bisher sei es dadurch zu keinem Unfall gekommen. Allerdings stößt der Radverkehr in München mittlerweile an seine Grenzen, es müssten viel mehr neue Radwege gebaut werden. Bis zum Ende der Legislaturperiode werde es aber kaum weitere Fortschritte geben, weil der Koalitionspartner befürchtet, dass die Wähler Erfolge beim Radverkehrsausbau ausschließlich den Grünen zuschreiben, die SPD wird deshalb auch die bereits vereinbarten Projekte nicht mehr mit umsetzen. Nur in der Kapuzinerstraße wird demnächst noch eine Autofahrbahn dem Radverkehr weichen und damit eine für Radfahrer sehr gefährliche Straße entschärft. Zu erwarten ist auch eine Blockade der Umsetzung des Klenzestegs über die Isar durch die SPD.

Sabine berichtete weiterhin zum Radverkehr, dass in der Stellplatzsatzung für Neubauten die Pflicht zur Schaffung von Stellplätzen für Fahrräder aufgenommen wird. Im Rathaus werden intensiv verschiedene Varianten einer Nord-Süd-Innenstadtquerungsmöglichkeit diskutiert, bisher ohne ideale Lösung. 

Nach dem Unfall in der Rosenheimerstraße, bei dem ein Bub zu Tode gefahren wurde, sehe die Stadt keinen Handlungsbedarf zur Entschärfung der Unfallstelle. Eine Kommission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Unfall in erster Linie auf ein Fehlverhalten der Mutter zurückzuführen ist. Sabine hat für diese Haltung der Stadt kein Verständnis.

Zur 2. S-Bahn-Stammstrecke sagte Sabine, dass die Finanzierungsfrage derzeit ungelöst ist. Momentan ist nicht absehbar wie es mit dem Projekt weitergeht. Im Rathaus hofft man, dass bis Ende des Jahres Klarheit besteht, damit dann gegebenenfalls die Suche nach Alternativen beginnen kann. Sabine stellt die Anträge der Rathausfraktion hierzu vor, in denen die Umsetzung von bezahlbaren schnell realisierbaren Ausbaumaßnahmen gefordert wird: Störfallanalyse, Erhöhung der Kapazitäten durch Einsatz von längeren Zügen und verbesserte Signalsteuerung, Ausbau der S-Bahn-Außenäste und bessere Vernetzung der gesamten ÖPNV-Angebote. Vgl. Pressemitteilung der Stadtratsfraktion vom 9. August 2011.

OV-Treffen mit Toni Hofreiter am 11. Oktober 2010

Im Oktober war Toni Hofreiter, der Verkehrsexperte der Grünen Bundestagsfraktion, zu Gast im Ortsverband, Anlass war die laufende Einwendungsphase gegen die Planung des 2. Haidhauser S-Bahn-Tunnels. Schon anhand eines knappen Blicks auf die zur Verfügung stehenden Bundesmittel machte er deutlich, dass die Finanzierung auf sehr wackligen Füßen steht. Ein Hauptargument der Tunnelbefürworter für eine schnelle Planung und Umsetzung waren ja die Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), das 2019 ausläuft. Insgesamt stehen bis 2019 für die alten Bundesländer Euro 2,52 Milliarden zur Verfügung, die Länder haben aber einen Bedarf von über Euro 6 Milliarden angemeldet. Dass da ein einzelnes Münchner Projekt mit zweifelhaften Kosten-Nutzen-Faktor den Hauptanteil dieser Mittel erhält, erscheint sehr unwahrscheinlich, ebenso eine wesentliche Unterstützung aus Sondermitteln bei Olympischen Winterspielen in München 2018. Vgl. dazu auch den Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 3. November 2010.

Zweiter Tunnel oder Südring?

Bericht von der Green-City-Infoveranstaltung am 19.11.2009

Wenige Tage nach Vorstellung der Ergebnisse der Vergleichenden Untersuchung der Varianten 2. S-Bahn-Tunnel und Südring als zweite S-Bahn-Stammstrecke lud Green City im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Münchner Mobilitätskultur“ am 19. November zur Podiumsdiskussion mit mehreren Experten ein, um die Ergebnisse zu präsentieren und zu bewerten.

Zum Bericht.

Neues von der 2. S-Bahn-Stammstrecke

18. März 2009: Während sich der Stadtrat auf das Experten-Hearing am Mittwoch, 25. März vorbereitet, plant die Bahn eine neue Variante des 2. S-Bahn-Tunnels. Der Tunnelast Richtung Giesing fällt weg, jetzt soll der Tunnel Richtung Flughafen über einen unterirdischen Bahnhof unter dem Orleansplatz (wohl unter dem U-Bahnhof) nun auch an den Ostbahnhof angeschlossen werden. Erfährt der Münchner Bürger und der Stadtrat vom Münchner Merkur, nicht von den Planern der Deutschen Bahn. Mehr dazu hier. Und hier der Link zur Stellungnahme der Grünen Stadtratsfraktion: Neues Planungsdebakel bei der S-Bahn.

Schon im Februar haben die Planer Vieregg und Rößler ihre Variante einer Kombination Südring mit Flughafenanbindung auch der Fernbahn über einen Nordtunnel vorgestellt. Ausführliche Informationen dazu in Standpunkte 02/09, dem Online-Magazin des Münchner Forum e.V.

Bürgerversammlung und Infotisch 2. S-Bahn-Tunnel

Martin Runge am Infotisch

Am Mittwoch, 30. Juli 2008 fand im Hofbräukeller die Bürgerversammlung statt, bei der über den aktuellen Stand der damaligen Planungsversion des 2. S-Bahn-Tunnels informiert werden sollte. Der Grüne OV Au-Haidhausen stand zusammen mit dem Landtagskandidaten Martin Runge (Liste 3, Platz 6) am Wiener Platz für die Fragen der BürgerInnen zur Verfügung und konnte alternative Lösungsvorschläge erläutern. Den Bericht "Milliardenteurer Geistertunnel" in der Abendzeitung vom 1. August 2008 finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Raus aus dem S-Bahn-Chaos

Rein in den Südring als Alternative zum Zweiten S-Bahn-Tunnel

Diskutieren sie über das kluge Konzept mit:

Florian Vogel
Vorsitzender der Münchner Grünen, Stadtratskandidat Liste 3, Platz 12
www.florianvogel.de

Ingeborg Michelfeit
Dr. Walter Heldmann
Vorsitzende des Vereins der Bürgerinitiative S-Bahn-Tunnel Haidhausen
www.tunnelaktion.de

Donnerstag, 14. Februar 2008, 19.00 Uhr
Hans-Mielich-Stuben (Hans-Mielich-Str. 22);
U-Bahn-Haltestelle Candidplatz

S-Bahn-Ausbau Jetzt!

S-Bahn-Ausbau statt Transrapid und Tiefentunnel

mit den Verkehrsexperten

Sabine Nallinger, Stadtratskandidatin

Paul Bickelbacher, Stadtratskandidat

Ullrich Martini, Mitglied des BA 5 Au-Haidhausen

Moderation: Lydia Dietrich, Stadträtin

am Dienstag, 15. Januar 2008 um 19.00 Uhr im Unionsbräu, Grüner Saal (Einsteinstraße 42)

 

Die Zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke und die Staatsregierung

Großmannssucht, Gemurkse und jetzt (viel zu spät) der Offenbarungseid

Martin Runge, MdL, im Dezember 2007 zur Neuplanung des 2. S-Bahn-Tunnels unter der Wörthstraße

Die Bayerische Staatsregierung und die DB AG planen den Bau einer Zweiten Münchner S-Bahn-Stammstrecke, eng parallel zur bisherigen Stammstrecke, geführt im Tunnel zwischen der Friedenheimer Brücke und dem Leuchtenbergring bzw. dem Ostbahnhof. Mit diesem zweiten S-Bahn-Tunnel soll die bisherige Stammstrecke entlastet werden. Die Zweite Stammstrecke soll Puffer für den Fall von Störungen/Sperrungen auf der bisherigen Stammstrecke sein und vor allem dichtere Takte und weiterhin die Durchbindung und Verknüpfung der S-Bahn-Linien auf den Außenästen ermöglichen. Laut Aussagen der Staatsregierung sollte die Zweite Stammstrecke bis 2010, spätestens 2011 fertig gestellt sein und in Betrieb genommen werden können.

Zum ganzen Artikel

Südring gegen S-Bahn-Chaos

Pressemitteilung Bündnis 90 / Die Grünen, Kreisverband München vom 14. Dezember 2007

Auf ihrer Mitgliederversammlung am gestrigen Donnerstag haben die Münchner Grünen sich für Sofortmaßnahmen gegen die S-Bahn-Krise in der Region München ausgesprochen. In einem einstimmig angenommenen Antrag wird die Stadt München aufgefordert, sich beim Freistaat für einen sofortigen Teilausbau des DB-Südrings einzusetzen. Dazu gehört vor allem der vorgezogene Umbau des S-Bahnhofs Laim, die Integration der Sendlinger Spange in den Südring und der Bau eines Regionalzughalts an der Poccistraße. Darüber hinaus sollen Engstellen an den Außenästen sofort ausgebaut werden. Langfristig streben die Grünen einen (viergleisigen) Vollausbau des DB-Südrings als 2. S-Bahn-Stammstrecke an.

Der Münchner Parteivorsitzende der Grünen, Florian Vogel, kritisierte die Pläne der Staatsregierung zum Bau eines 2. S-Bahn-Tunnels scharf. Der 2. Tunnel sei unattraktiv für die Fahrgäste, kaum finanzierbar und erst in großem zeitlichen Abstand (2020 oder 2022) zu verwirklichen. Es sei ein Skandal, so Vogel, den Ausbau des S-Bahn-Systems so lange zu verschleppen. Der Teilausbau des Südrings sei demgegenüber für einen Bruchteil der Kosten realisierbar und biete rasch Entlastung für zehntausende verspätungsgeplagte Fahrgäste.

Stadtratskandidat Paul Bickelbacher (Listenplatz 6) verwies auf das Bevölkerungswachstum der Region München, das gerade in Hinblick auf weiter steigende Ölpreise einen raschen Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs erforderlich mache. Zur Bewältigung der zu erwartenden Fahrgastzuwächse könne der Südring einen ersten Beitrag leisten, wobei selbstverständlich den Lärmschutzbedürfnissen der Anwohner in vollem Umfang Rechnung getragen werden müsse. Er betonte, dass es für München höchste Eisenbahn sei, sich mit einem umfassenden Ausbau des gesamten Öffentlichen Verkehrs zu befassen, da bereits auch die U-Bahn in Teilen überlastet sei.

Florian Vogel, Kreisvorsitzender

 

2. S-Bahn-Stammstrecke: Wie geht's weiter?

Veranstaltung am Dienstag, 20. März 2007 im Unionsbräu

Mehr als 50 interessierte AnwohnerInnen und Grüne MitgliederInnen haben sich am 20. März in den Grünen Saal des Unionsbräu zur S-Bahn Veranstaltung des OV Au-Haidhausen eingefunden, bei der die Verkehrsexperten Martin Runge (Landtag), Jens Mühlhaus (Stadtrat) und Ullrich Martini (Bezirksausschuss Au-Haidhausen) vom aktuellen Planungsstand der 2. S-Bahn-Stammstrecke berichteten.

Martin Runge teilte zunächst mit, dass das Planfeststellungsverfahren zum Bau des umstrittenen 2. S-Bahn-Tunnels noch nicht abgeschlossen ist. Wann der Planfeststellungsbeschluss ergehen wird, ist nach wie vor offen. Er berichtete dann vom Verlauf der Erörterungstermine und zog Parallelen zum laufenden Erörterungstermin beim Transrapid. Die Stadt München würde hier sehr mit Sicherheitsaspekten und der Tiefe des Tunnels argumentieren. Beim 2. S-Bahn-Tunnel würde die Stadt die Tieflage von 40 Metern jedoch nicht stören, erläuterte Martin Runge. Obwohl hier nur alle 600 Meter ein Rettungsschacht vorgesehen ist, ginge das S-Bahn-Sicherheitskonzept wenig realistisch davon aus, dass sich alle Passagiere bei einem Notfall innerhalb kürzester Zeit an die Oberfläche retten könnten. Er wies dann auf die weiteren Schwachstellen der von der Bahn vorgelegten Planung hin: Enorme Kosten ohne tatsächliche Verbesserungen, stattdessen zu wenige Haltepunkte, viele Innenstadthaltestellen und großteils sogar der Ostbahnhof werden von der 2. Stammstrecke nicht bedient. Dadurch ergeben sich viele zusätzliche, unnötige, und für die Fahrgäste unattraktive Umsteigezwänge und -wege, die ausgerechnet die ohnehin schon am stärksten frequentierten Umsteigeknoten Hauptbahnhof und Marienplatz zusätzlich belasten. Die Zugfolge auf der alten Stammstrecke würde ausgedünnt, da die neue ja halbwegs ausgelastet sein muss, um den angestrebten, ohnehin schön gerechneten Kosten-Nutzen-Faktor zu erreichen. Die Express-S-Bahnen seien auf den Außenästen am Bedarf vorbeigeplant und schaffen für zahlreiche Fahrgäste sogar Taktverschlechterungen. Der vom Freistaat Bayern ins Spiel gebrachten Sparversion, nach der zunächst nur der Tunnel unter der Kirchenstraße zum Leuchtenbergring gebaut werden soll und auch der Umbau des Laimer Bahnhofs ausgesetzt wird, erteilte Martin Runge eine klare Absage.

Jens Mühlhaus erläuterte im Folgenden das kürzlich verabschiedete S-Bahn-Sofortprogramm der Grünen und der Verkehrs- und Umweltverbände. Danach sollen zunächst verschiedene Maßnahmen, die unabhängig von einer möglichen Lösung der Frage der 2. Stammstrecke realisiert werden können, vorangetrieben werden: Umbau des S-Bahnhofes Laim bei gleichzeitiger Realisierung der von der Stadt finanzierten Umweltverbundröhre; der dringend notwendige weitere Ausbau der S-Bahn-Außenäste; auf Höhe des U-Bahnhofs Poccistraße sollte am DB-Südring ein Regionalzughalt gebaut werden, der neue Umsteigemöglichkeiten schafft; stufenweise soll der S-Bahn-Südring ausgebaut werden. Durch die Ungewissheit, wie es mit Transrapid und 2. S-Bahn-Stammstrecke weitergeht, würden wichtige städtebauliche Projekte lahmgelegt, wie die Umgestaltung des Hauptbahnhofs und des Bahnhofviertels, des Marienhofs und teilweise auch des Gebiets Rund um den Ostbahnhof (ROST).

Ullrich Martini berichtete anschließend von den Anträgen und Aktivitäten des Bezirksausschusses Au-Haidhausen. Der BA hat von Anfang an, also seit Ende der neunziger Jahre, den Bau des S-Bahn-Südrings als zweite Stammstrecke bevorzugt. Zur aktuellen Tunnelplanung gab es eine Reihe von Anträgen, um die Belastungen für die Anwohner und die Umwelt während der Bauphase wenigstens halbwegs zu lindern. Besonders kritisch sieht der BA, dass die Anbindung des Ostbahnhofs an die S-Bahn durch den 2. S-Bahn-Tunnel erheblich verschlechtert wird. Sollte es tatsächlich zu einer Sparlösung kommen, bei der nur eine der geplanten Spangen zum Ostbahnhof bzw. zum Leuchtenbergring realisiert wird, sollte der Verbindung zum Ostbahnhof in jedem Fall der Vorzug gegeben und damit die Kirchenstraße verschont werden. Bereits vor einiger Zeit hat der Bezirksausschuss eine neue vergleichende Machbarkeitsstudie für den S-Bahn-Südring gefordert.

In der anschließenden Fragerunde diskutierten die anwesenden Bürger und Verkehrsexperten sehr engagiert und fundiert. Unter anderem wurde von aktuellen Negativerfahrungen mit Tunnelbauten in den Innenstädten von Leizig und Köln berichtet und alternative Lösungsmöglichkeiten ins Spiel gebracht, wie die Engpässe auf der existierenden S-Bahn-Stammstrecke umgangen werden können. Bürger wie Politiker geben die Hoffnung nicht auf, dass die grotesk unsinnige und teure Umsetzung des 2. S-Bahn-Tunnels verhindert werden kann, sei es durch Geldmangel, Einspruch des Bundesrechnungshofs oder langsam um sich greifende Vernunft bei den Entscheidungsträgern auf Bahn-, Landes- und Bundesebene - und vielleicht auch in der Grünen Stadtratsfraktion.

Ulrike Goldstein, Martin Scheuring (OV Au-Haidhausen)

OV-Treffen im Oktober mit S-Bahn-Diskussion

Beim Treffen am 19. Oktober 2006 haben wir ein weiteres Mal über die Planungen der 2. S-Bahn-Stammstrecke diskutiert.

Der Bundesrechnungshof hat im August eine vorläufige Stellungnahme zum geplanten 2. S-Bahntunnel abgegeben. Ergebnis der Prüfung durch den Bundesrechnungshof war, dass erhebliche Zweifel an der Finanzierung des Projektes bestehen. Da der Mindest-Kosten-Nutzenfaktor für öffentlich finanzierte Projekte nach Ansicht des Bundesrechnungshofes nicht erreicht werden kann, stellt sich nun die Frage nach dem weiteren Schicksal des gesamten Projektes.

Einig waren wir alle, dass eine 2. Stammstrecke möglichst bald realisiert werden muss. Da die aktuellen Planungen eines 2. Tunnels zu viele Nachteile haben (unter anderem extrem hohe Kosten, kein Zeitgewinn durch Tieflage der Bahnhöfe, Verschlechterung der Anbindung Haidhausens durch Abkopplung des Ostbahnhofs, Belastungen durch Baustellen) und sich abzeichnet, dass bei zahlreichen Anwohnerklagen auch die Finanzierung nicht gesichert ist, hatten sich die Münchner Grünen schon im April 2006 mit den möglichen Alternativen befasst. Die Ergebnisse dieses Workshops wurden inzwischen in einem Papier (Download hier) zusammengefasst. Die Vorsitzende Ulrike Goldstein hat dieses Papier vorgestellt.

S-Bahn Workshop im April

Die überwiegende Mehrheit im Münchner Stadtrat inklusive der Grünen Fraktion ist der Meinung, dass es zur aktuellen Planung eines zweiten S-Bahn-Tunnels keine Alternative gibt. Am 4. April fand auf Einladung der Münchner Grünen im Haidhauser Bürgersaal ein Workshop statt, um den Gegenbeweis anzutreten.

Zahlreiche ReferentInnen (in Klammern) haben die verschiedenen Alternativen und Themengebiete sehr anschaulich vorgestellt:

- City 21–Tunnel (Ingeborg Michelfeit/Bürgerinitiative, Herr Eder)

- Express S-Bahn Flughafen Variante S1 (Thomas Kantke)

- Express S-Bahn Flughafen Variante S8 Voll/Lightausbau (Jens Mühlhaus)

- Südring light (Thomas Kantke)

- Südring (Berthold Meier/AAN, Ulli Martini, Paul Bickelbacher)

- Integration Zugverkehr (Paul Bickelbacher)

- Westkopf Pasing, Ausbau Außenäste (Martin Runge)

- bimodale U-Bahn (Wolfgang Liebscher/VCD)

Anschließend wurden die Themen in drei Gruppen vertieft diskutiert: in den Bereichen Südring-Varianten und City-Tunnel, Express-S-Bahnen zum Flughafen, und Bimodale U-Bahn / Ausbau Westkopf Pasing und Außenäste. Neben den Referenten standen auch Stefan Taschner/Green City und der Verkehrsplaner Stefan Baumgartner für die Diskussion zur Verfügung. Immer mit Hinblick darauf:

- was wollen wir Grüne;

- wie teuer ist es;

- wie schnell könnte es realisiert werden;

- was hat welche Priorität;

- was kann welche Probleme lösen/lindern?

Die Ergebnisse wurden in einem Papier zusammengefasst (Download hier), das bei der Stadtversammlung der Münchner Grünen im Juli 2006 vorgestellt wurde.

2. S-Bahn-Stammstrecke: Stadtratsfraktion ignoriert Stadtversammlung

Wie üblich, wenn sie sich mit einem Beschluss der Basis schwertut, gibt die Stadtratsfraktion die Abstimmung frei. Und entscheidet sich mehrheitlich, nicht dem Beschluss zu folgen, sondern der aktuellen Planung der 2. S-Bahn-Stammstrecke weiterhin zuzustimmen. Dagegen stimmen: der verkehrspolitische Sprecher Jens Mühlhaus und die Fraktionsvorsitzende Lydia Dietrich. Der Brief an die Grüne Basis mit der ausführlichen Begründung der Ablehnung des Beschlusses hier. Beim Grünen Stadtforum am 20. Februar fügt Bürgermeister Monatzeder dem eine weitere Begründung hinzu, warum er sich nicht an den Beschluss der Stadtversammlung halten mag: Die Stimmung sei sehr emotional gewesen, die Basis gerade in Opposionslaune. Soll wohl heißen, die Grünen wussten eigentlich nicht was sie taten.

S-Bahn-Stammstrecke: Beschluss Stadtversammlung Januar 2006

Auf der Stadtversammlung am Dienstag, 31. Januar haben die Münchner Grünen die aktuelle Planung der S-Bahn-Stammstrecke ein weiteres Mal diskutiert. Ein von Jens Mühlhaus, dem verkehrpolitischen Sprecher der Stadtratsfraktion, eingebrachter Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Münchner Grünen unterstützen weiterhin den Bau einer 2. S-Bahn-Stammstrecke; die aktuelle Tunnelplanung wird allerdings abgelehnt, da sie wesentliche Anforderungen an eine Verbesserung des S-Bahn-Netzes nicht erfüllt.

Ulrike Goldstein, Vorsitzende des Stadtverbands und des OV Au-Haidhausen: "Angesichts der erheblichen Veränderungen in der vorliegenden Planung und dem daraus resultierendem Betriebskonzept gegenüber den schon früher von den Grünen vehement geforderten Punkten, wie mindestens vier Haltestellen im 2.Tunnel, Berücksichtigung und deutliche Verbesserung der Umsteigesituationen an den Knotenpunkten Hauptbahnhof und Marienplatz (geringere Tiefe, kürzere Wege), Ausbau des Westkopfes Pasing und der Außenäste, um Taktverdichtungen erreichen zu können - um nur einige Beispiele zu nennen - sehen wir die Notwendigkeit, die Planungen dringend zu überdenken. Die Grünen möchten eine wirkliche Verbesserung im S-Bahnbereich erreichen und können deshalb diesem vorliegenden Konzept nicht zustimmen."

Der ausführliche Beschluss hier

S-Bahn-Demo am 26. Januar 2006

An der von der Bürgerinitiative gegen den Tunnelbau organisierten Demonstration durch die Kirchenstraße beteiligten sich mehrere hundert Münchner. Hauptredner bei der Abschlusskundgebung am Haidenauplatz war der grüne Landtagsabgeordnete und Tunnelgegner Martin Runge.

 

Ein Artikel aus der Grünen Mamba 12/05, der Zeitung der Grünen Stadtratsfraktion, zum Thema 2. S-Bahntunnel hier.

OV-Treffen am 9. November: S-Bahn, Bildungspolitik

Der OV Au-Haidhausen unterstützt die Position des Bezirksausschuss: Neue vergleichende Untersuchung der Tunnelplanung mit den Alternativen Südring, und falls der Tunnel umgesetzt wird, größtmögliche Rücksicht auf Kinder, Anwohner, Geschäftsleute. Es gibt erhebliche Zweifel, dass die aktuelle Tunnelplanung dem eigentlichen Ziel gerecht wird, den ÖPNV attraktiver zu gestalten.

Auf der Grünen Stadtversammlung am 14.11. hat Jens Mühlhaus, der verkehrspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion, die Grüne Position zusammengefasst:

JA zu einer zweiten Stammstrecke. Wenn sich der Bau des zweiten Tunnels nicht vermeiden lässt, dann nur unter Berücksichtigung der zahlreichen Einwendungen der Anwohner und Bezirksausschüsse;

ABER eigentlich hätten wir lieber, wie schon immer, die Südringlösung und werden uns weiter auf allen Ebenen dafür einsetzen;

UND, nicht vergessen, dass es auch auf den S-Bahn-Außenästen dringenden Verbesserungs- und Ausbaubedarf gibt, der gleichzeitig angegangen werden muss. Und Geld kostet, das bei einem teuren Tunnelbau wohl nicht übrig bleibt.

Ein umfassendes Papier dazu auf der Website von Jens Mühlhaus. Dort sind auch alle Anträge und Stellungnahmen der anliegenden Bezirksausschüsse zu finden, die zum großen Teil auch in der Beschlussfassung des Stadtrats vom 26.10.2005 berücksichtigt wurden (Beschluss, Anlage 1).

Der OV hat außerdem beschlossen, zwei Änderungsanträge von Johannes Reetz zur Resolution zur Hochschulpolitik (Landesdelegiertenkonferenz Coburg am 19./20.11.) zu unterstützen. Die Stadtversammlung der Münchner Grünen hat sich am 14.11. mit großer Mehrheit den beiden Anträgen angeschlossen. Und die LDK schließlich in den Leitantrag mit aufgenommen und verabschiedet.

Sonntag, 24. Februar 2019
http://www.gruene-muenchen-au-haidhausen.de/themen/2-stammstrecke/